Deutsches Institut für Sporternährung e.V., Bad Nauheim
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Trinkverhalten im Winter

Die Außentemperatur beträgt dreißig Grad, die Sonne lacht, Sie greifen zu Ihrem dritten Glas gut gekühlter Apfelsaftschorle… wie selbstverständlich werden im Sommer die Trinkgewohnheiten an die Jahreszeit angepasst. Und im Winter? Trinken Sie dann mehr Tee und Säfte? Wenn ja, gehören Sie zu den über 80% derer, die auch im Winter ihr Trinkverhalten deutlich ändern. Nicht immer in empfehlenswerter Weise, denn bei fast 20% geht dieses veränderte Trinkverhalten mit einer verminderten Gesamttrinkmenge einher, wie eine aktuelle Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von hassia Mineralquellen dokumentiert.

 

Trinkverhalten im Winter und im Sommer deutlich different

Das Durstgefühl richtet sich nach dem aktuellen Wasserbedarf und wird sehr fein reguliert. Zumindest sollte es das. Doch oft ist das Durstempfinden unterdrückt, sei es durch eine langfristige Anpassung an temporäre Wasserdefizite oder durch eine Überlagerung anderer psychologischer Faktoren wie Stress, Leistungsdruck oder der Angst vor zu häufigen Toilettengängen. Im Winter scheint das Durstgefühl weiteren Einflüssen zu unterliegen. Denn 18,3 % aller Befragten der repräsentativen GfK-Untersuchung trinken wegen eines veränderten Durstgefühls im Winter generell weniger, vor allem weniger Mineralwasser (16,5 %, Mehrfachnennungen waren möglich).

 

Deutlich mehr als die Hälfte (65 %) greift verstärkt zu warmen Getränken wie Tee und Kaffee. Und gut 25 % der Untersuchungsteilnehmer versuchen mit einem gesteigerten Konsum von Fruchtsäften für einen verbesserten Vitaminhaushalt zu sorgen.

 

Wer in der kalten Jahreszeit warme Getränke vorzieht und dabei seinen Mineralwasserkonsum einschränkt, kann leicht den Überblick über seine Mineralstoffbilanz verlieren. Zwar sind Tee und Kaffee nicht Mineralstoff frei und je nach Region können relevante Calciummengen im für die Zubereitung verwendeten Trinkwasser enthalten sein. Doch die Messwerte gelten nur am Ort der Messung, und das ist in der Regel das Wasserwerk. Zudem ist die Mineralisation des Trinkwassers den meisten nicht bekannt. Sportliche Aktive sollten jedoch einen Blick auf ihre Mineralstoffbilanz haben, da mit dem Schweiß entsprechende Mengen an Elektrolyten verloren gehen. Ein Mineralstoff reiches Mineralwasser erlaubt anhand der Deklaration auf dem Etikett den Überblick auf die Getränke bedingte Mineralstoffzufuhr zu behalten.

Wasserbedarf im Winter

Ist der Wasserbedarf im Winter tatsächlich geringer als im Sommer? Die allgemeinen Empfehlungen zur Trinkmenge sehen keine Unterschiede für die verschiedenen Jahreszeiten vor. Wo in den hiesigen Breiten die höhere Temperatur im Sommer für Schweiß bedingte Wasserverluste sorgt, da führt im Winter oft eine trockene Heizungsluft zu einem größeren Wasserbedarf. In modernen Büroräumen finden sich im Winter oft Luftfeuchtigkeitswerte von unter 40%rel. Luftfeuchte. Die Berufsgenossenschaften weisen seit Jahren auf diese Problematik hin und empfehlen zu Recht gerade im Winter auf entsprechend angepasste Trinkmengen zu achten. Führende Institutionen im Bereich der Arbeitssicherheit und des betrieblichen Gesundheitsmanagements warnen sogar vor dem Risiko vermehrter Erkältungskrankheiten durch eine geringe Trinkmenge im Winter. Sie empfehlen daher das regelmäßige und volumenmäßig angepasste Trinken als Präventionsmaßnahme.

 

Dass diese Appelle greifen, zeigt ebenfalls die bereits zitierte GfK-Studie. Wegen trockener Heizungsluft trinken bereits 13,7 % im Winter bewusst mehr. 8,7 % der über eintausend Befragten gaben dabei den Schutz vor Erkältungskrankheiten als Begründung an.

 

Trockene Sporthallenluft vergrößert Wasserbedarf

Auch sportlich Aktive sind durch die trockene Luft in Sporthallen von dieser Problematik betroffen. Viele Sommer-Outdoorsportler wechseln im Winter das Terrain und sind in den unzähligen Sporthallen im ganzen Land aktiv. Doch schon klassische Hallensportler kommen selbst im Sommer nicht auf empfohlene Optimal-Trinkmengen. Eine Umfrage des Projekts Sport&Ernährung der Hochschule Fulda in Kooperation mit dem Institut für Sporternährung e.V., Bad Nauheim, an hochleistungsaktiven Spielern eines osthessischen Tischtennisbundesligavereins brachte zutage, dass nur etwa ein Drittel der Aktiven tägliche Trinkmengen erzielt, wie sie für Sportler empfohlen werden. Mehr als 20 % der in die Befragung involvierten Spieler erreichte noch nicht einmal die empfohlene Gesamtwasserzufuhr für Nichtsportler von 35 ml/kgBM/d.

 

Diese Übersicht legt nahe, dass die saisonalen Hallensportler wie z.B. Tennisspieler oder Beachvolleyballer im Winter in noch geringerem Maße der optimalen Versorgung mit Wasser nahe kommen.

 

Geringere Wasseraufnahme durch veränderte Verzehrgewohnheiten im Winter

Bekannt ist zudem, dass im Winter auch die allgemeine Lebensmittelauswahl verändert wird. In der kalten Jahreszeit stehen mehr Fett reiche und süße Lebensmittel auf dem Speisenplan. Diese enthalten deutlich weniger Wasser als Obst- und Gemüse, deren Verzehr im Winter überdies noch reduziert wird. Außerdem werden mit dieser Lebensmittelauswahl weniger basische Valenzen aufgenommen. Aus diesem Verhalten kann neben einer geringeren Gesamtwasserzufuhr ein Säureüberschuss im Körper resultieren, der noch dazu durch das veränderte Trinkverhalten nicht entsprechend kompensiert werden kann.

 

Der Genuss Basen reicher Mineralwässer mit nennenswertem Hydrogencarbonatgehalt könnte hier zu einer leichteren Harmonisierung des Säure-Basen-Gleichgewichts beitragen.

 

Die veränderten Verzehrgewohnheiten und geringere Bewegungsumfänge führen auch dazu, dass im Winter oft deutlich an Gewicht zugelegt wird. Der Wunsch nach Gewichtsreduktionsmaßnahmen im Frühjahr ist dann allgegenwärtig, wie die sich im Frühjahr mit immer neuen Diätempfehlungen überbietenden Frauen- und Männermagazine beweisen.

Energiehalt von Fruchtsäften oft unterschätzt

Wer bereits im Winter die Basis für eine ansprechende Bikinifigur und das ideale Sportgewicht im Frühjahr legen möchte, sollte es erst gar nicht zu Winterspeck und Hüftgold kommen lassen. Wenn 25,7 % der Befragten im Winter deutlich verstärkt zu Fruchtsäften wegen des Vitamingehalts greifen hat dieses Verhalten auch seine Schattenseiten. Denn Fruchtsäfte weisen zwar relevante Mengen an Vitamin C auf und liefern auch wichtige Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium. Aber der Energiegehalt von Fruchtsäften wird oft deutlich unterschätzt. So zeigt die Nährstoffdichte z.B. von Calcium und Magnesium, dass Fruchtsäfte hier im Durchschnitt deutlich geringere Werte aufweisen als Schorlen aus Fruchtsäften und einem mineralstoffreichen Mineralwasser.

 

Ein Motiv für den verstärkten Saftkonsum im Winter ist die Angst vor Erkältungskrankheiten. Als Hauptschutz-faktor wird hier gern das Vitamin C genannt. Die aktuelle Datenlage in der Literatur macht aber deutlich, dass die Versorgung mit Vitamin C im deutschsprachigen Raum nahezu den Empfehlungen entspricht und dass eine über die Zufuhrempfehlungen hinausgehende Aufnahme keinen Einfluss auf die Prävalenz von Erkältungskrankheiten besitzt. Dass neben der Vitaminversorgung auch Mineralstoffe und Spurenelemente für ein intaktes Abwehrsystem mitverantwortlich sind, ziehen viele Aktive oft nicht mit ins Kalkül.

 

Wer im Winter regelmäßig vermehrt zum reinen Saft greift, beeinflusst seine Energiebilanz erheblich. Eine Möglichkeit, den Wunsch nach Schutz vor Erkältungskrankheiten und angemessener Energiezufuhr zu verbinden stellen Saftschorlen aus Fruchtsäften und Calcium und Magnesium haltigen Mineralwässern dar. Mit ihnen wird die Nährstoffdichte der Mineralstoffe deutlich verbessert und der Energiegehalt bei einem Mischungsverhältnis von 1:1 halbiert. Regelmäßig sportlich Aktiven empfiehlt sich zudem auf ein Calcium : Magnesium-Verhältnis von 2 : 1 im Mineralwasser zu achten. Da beide Elektrolyte in eben diesem Verhältnis in relevanten Mengen mit dem Schweiß verloren gehen, ist mit einem derartigen Mineralwasser die kompensierende Zufuhr leichter gewährleistet.

 

Für eine angemessene regelmäßige Magnesiumversorgung spricht darüber hinaus, dass Magnesium positiv auf die psychische Stabilität wirken soll. Um den Winterblues zu vermeiden oder ihm zu entkommen ist eine individuell optimierte Magnesiumversorgung eine Grundvoraussetzung.

 

Fazit

Ein verändertes Trinkverhalten im Winter entspricht der natürlichen körperlichen Anpassung an die mit dem Winter verbundenen klimatischen Veränderungen. Allerdings führen die fortschrittlichen Sozialisations- und Lebensbedingungen in unseren Breiten zu Umgebungsfaktoren, auf die die Regulationsmechanismen des menschlichen Körpers noch nicht optimal adaptiert sind. Wer zu den fast 65% gehört, die im Winter verstärkt warme Getränke konsumieren, verliert leicht seine Mineralstoffbilanz aus dem Blick. Wegen des verminderten Durstgefühls im Winter insgesamt weniger zu trinken ist aufgrund der heutigen Alltagssituationen mit trockener Heizungsluft in warmen Büroräumen und geheizten Sporthallen keine physiologisch sinnvolle Handlungs-alternative.

 

Der regelmäßige, verstärkte Genuss von reinen Säften kann zu Problemen beim Gewichtsmanagement im Winter führen. Wer sich zeitgemäß versorgen will, greift daher auch im Winter bewusst und situationsspezifisch geplant zu mineralstoffreichen Mineralwässern. Sie ermöglichen es, den Überblick über die Calcium- und Magnesium-versorgung zu behalten, liefern Kalorien frei diese beiden wichtigen, auch und gerade bei sportlich Aktiven bedeutenden Mineralstoffe und unterstützen so den Wunsch, fit und ohne große Diätmaßnahmen in das Frühjahr starten zu können.

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